Letz­te Ru­he­stät­te: Das En­de ei­ner Le­gen­de

Wie bereits der Vater, ging nun auch Girgl dieser gefährlichen Tätigkeit nach. Er jagte in den königlichen Wäldern rund um den Schliersee, wo er sich die königlich-bayerischen Forstbeamten zu Feinden machte.
Die Leiche des Wildschütz Jennerwein wurde am 15. November 1877 an einem Bergkamm nördlich der Bodenschneid gefunden. Dieser Bergkamm trägt im Volksmund den Namen „Peißenberg“. 

Für seinen Tod kam auch Eifersucht als Tatmotiv in Frage. Jennerwein hatte mit der Sennerin Agerl eine Tochter. Um Agerls Gunst rangen auch Simon Lechenauer und Josef Pföderl, Kriegskamerad und Jagdgehilfe. Beide wurden verdächtigt, den Wildschütz Jennerwein erschossen zu haben.

Schließlich wurde Pföderl, der die Tat bestritt, wegen Überschreitung seiner Befugnisse zu acht Monaten Haft verurteilt. Tötungsabsicht unterstellte das Gericht dem Angeklagten jedoch nicht. Nach seiner Entlassung wurde Pföderl von der Bevölkerung gemieden.

Georg "Girgl" Jennerwein fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof der Gemeinde Schliersee in Westenhofen.

Die mysteriösen Umstände des Todes wurde der Wildschütz Jennerwein zur Legende und zum Symbol der Auflehnung gegen die Obrigkeit in Bayern.