Logo Geschichtswerkstatt

„Otto Begus“ – Das Leben eines Südtiroler Nationalsozialisten

Am 09.11.26

Die Geschichtswerkstatt Miesbach nimmt ihr dreijähriges Bestehen zu Anlass, mal wieder auf eine Täter-Biografie im Nationalsozialismus zu blicken. Dazu liest Dr. Michael E. Holzmann aus seinem jüngsten Werk „Otto Begus – Das Leben eines Südtiroler Nationalsozialisten“.

Der Historiker, Autor und Experte für Zeitgeschichte ist Mitglied der Geschichtswerkstatt Miesbach hat sich intensiv mit dem Leben und Werdegang von Otto Begus (1889 – 1980) beschäftigt, der eine geradezu idealtypische NS-Täterbiographie mit persönlicher Radikalisierung und fehlender Eigenverantwortung aufzeigt. Die Lesung findet in Kooperation mit der vhs Miesbach am Montag, 9. November, um 19 Uhr im vhs Zentrum Miesbach, Schlierseer Straße 16, 1. OG, in Miesbach statt. Eintritt 5 €.

Mit 16 Jahren meldete sich Otto Begus als Freiwilliger im Alpenkrieg, er kam in italienische Kriegsgefangenschaft, studierte Jura und promovierte und beteiligte sich am Freikorps-Einsatz in Oberschlesien. Seit 1929 war Otto Begus Polizeijurist in Österreich, NSDAP- und SS-Mitglied mit großem Netzwerk. 1934 nahm er am sogenannten "Juliputsch", einem gescheiterten nationalsozialistischem Umsturzversuch in Österreich, teil. Es folgte die Tätigkeit als Militärbeobachter in Äthiopien und ab 1937 als Gestapobeamter. Bei Kriegseinsätzen in Frankreich, Griechenland und Italien für die Geheime Feldpolizei und den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (SD) war er an schweren Kriegsverbrechen beteiligt. 1945 wurde Otto Begus verhaftet und zu "schwerem Kerker" verurteilt.

Dank der Anwerbung durch UdSSR-Geheimdienste kam er wieder frei und verdingte sich als Mehrfachagent. Dabei konnte er auf ein Netzwerk früherer Nationalisten und NS-Täter sowie auf Kontakte aus der Kriegszeit bauen. Er blieb bis zu seinem Tod überzeugter Nationalsozialist; für seine Verbrechen wurde er nicht mehr strafrechtlich belangt.

Termine im Überblick

am 09.11.26

Logo GW
Logo GW