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Ludwig Thoma - Heilige Nacht

Ludwig Thoma - Die "Heilige Nacht" am Tegernsee

"Jetzt, Leuteln, jetzt loost's amal zua!
Mei Gsangl is wohl a weng alt,
Es is aba dennascht schö gnua.
I moan, daß 's enk allesamm gfallt."



So beginnt eine der bekanntesten bayerischen Weihnachtsgeschichten: Die "Heilige Nacht" von Ludwig Thoma aus dem Jahr 1917. Der Schriftsteller, der zu dieser Zeit bereits neun Jahre "Auf der Tuften" in Tegernsee lebt, beschreibt die Geschichte von Maria und Joseph auf eine ganz eigene, eben eine bayerische Art:  

"Es war selm in Nazareth hint
A Mo, der si Joseph hat gnennt;
So brav, wia ma net oft oan findt
Und wia ma's net glei a so kennt.

[...]

Z' Palästina waar's a weng hoaß.
Da kunnt oana 's Bier net ganz g'rat'n,
So moant ma. Dös hätt no koa G'fahr,
Denn drei und vier Maß san koa Schad'n,
Weil's selbigs Mal billiga war."



Längst gelten die Gesänge der "Heiligen Nacht" als Volksweisen und gehören zum weihnachtlichen Repertoire vieler Volksmusik-Ensembles:

"Im Wald is so staad,
Alle Weg san vawaht,
Alle Weg san vaschniebn,
Is koa Steigl net bliebn."


Ludwig Thomas "Heilige Nacht" geht dabei mit der Realität großzügig um. Die Geschichte von Maria und Joseph spielt in einem verschneiten Land mit Bergen und Almhütten, welches eher den Tegernseer Bergen ähnelt, als dem "echten" Heiligen Land:

"Beim Tagwer'n, es war no ganz fruah,
Schaugt da Joseph außi in Schnee.
»Maria, jetzt genga ma zua,
Z'erscht trink' ma no insern Kaffee."


Doch genau wie in der "echten" Weihnachtsgeschichte sind es nicht die abweisenden Bewohner Bethlehems, die den Heiland zuerst erblicken. In der bayerischen Erzählung ist es ein einfacher Hüterbub, der die Reisenden Maria und Joseph in einen Stall führt und ihnen so ein Nachtquartier bietet:   

"Guat Nacht jetzt und schlaft's ma recht guat
Und laßt's enk nix kümmern mitnand.
I woaß an mir selba, wia's tuat,
Und 's Armsei', dös is ma bekannt.

[...]

Oes Hüata, kemmt's allesamm her!
Es schlagt enk de heiligste Stund,
Ja, Gott in da Höh sei de Ehr!
Und Frieden den Menschen herunt!"



Und so schließt Thoma zwar mit den Erkenntnissen der Weihnachtsgeschichte und doch mit seinen ganz eigenen Ansichten, in seinen eigenen Worten:

"Sie nehman Bfüad Good voranand
Und gengan na hoam durch de Nacht.
In Bethlehem hot ma nix g'spannt,
Vo dena is neamad aufg'wacht.
Und geht's ös in d' Mett'n, ös Leut,
Na roat's enk de G'schicht a weng z'samm!
Und fragt's enk, ob dös nix bedeut',
Daß 's Christkind bloß Arme g'sehg'n hamm."


Erleben Sie Ludwig Thoma Heilige Nacht bei zahlreichen Aufführungen in der Alpenregion Tegernsee Schliersee und lassen Sie sich von der verschneiten Bergwelt und den glitzernden Seen verzaubern, an den "Originalschauplätzen" sozusagen...



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